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06.06.2010

20 Jahre Rumänienhilfe Elmar Karl

Bundesweit eine der größten privaten Hilfsorganisationen

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Über sechzig Helfer und Vertreter von Schulen, Kindergärten oder Firmen, die Elmar Karls (Mitte stehend mit schwarzem Schlips) Rumänienhilfe seit Jahren unterstützen, wurden beim Festakt in Dettelbach mit einer Urkunde ausgezeichnet. Unten in der Mitte kniend Róbert Máté, der Caritasvorsitzende der rumänischen Diözese Alba Julia.

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Vor über zweihundert Gästen und im Beisein vieler Repräsentanten aus Politik und Kirche bedankten sich am vergangenen Dienstag Vertreter der rumänischen Caritas im Dettelbacher Rathaus bei Elmar Karl für seinen außergewöhnlichen Einsatz für ihr Land. Róbert Máté, Caritasvorsitzender in der größten rumänischen Diözese Alba Julia, und einige seiner Mitarbeiter hatten die weite Fahrt aus den Ostkarpaten extra für diesen Abend angetreten.

Elmar Karl war es ihnen wert. Kaum jemand hat ihr Land so unterstützt wie er. Seine Hilfe begann 1990 nach dem Zusammenbruch des Ceauşescu-Regimes. Über vierzig Jahre Kommunismus hatten das Land wirtschaftlich ruiniert und bittere Armut erzeugt. Über den Würzburger Generalvikar Dr. Karl Hillenbrand knüpfte Karl, der in Bibergau eine kleine Autowerkstatt betreibt, Kontakte mit der rumänischen Kirche. Nach einer Erkundungsfahrt, die ihn auch in die dort berüchtigten Kinderheime führte, organisierte er den ersten Hilfstransport.

Über 600 große Sattelschlepper wurden es bis heute. Seine Hilfsgüter, die er in Deutschland zusammenbettelte - Nahrungsmittel, Möbel, Hausrat, Werkzeuge, Kleidung, Baumateriali­en, Bürobedarf, Medizintechnik, Weihnachtsgeschenke, Medikamente und Landmaschinen - gingen an über dreißig Bildungs- und Sozialeinrichtungen der katholischen Kirche und Caritas in Siebenbürgen. Seine Rumänienhilfe entwickelte sich bundesweit zu einer der größten und kontinuierlichsten privaten Hilfsaktionen. In kirchlichen und politischen Kreisen Rumäniens ist Karl eine bekannte und hoch geschätzte Per­sönlichkeit. 2008 überreichte ihm der Bundespräsident persönlich das Bundesverdienstkreuz.

Bei der Feier im Dettelbacher Rathaus, zu der der Kulturhistorische Kreis Dettelbach unter Leitung von Dr. Josef Röll eingeladen hatte und an die sich eine Fotoausstellung des Dettelbacher Lehrers und Journalisten Ottmar Deppisch über die Rumänienhilfe anschloss, dankten Landrätin Tamara Bischof, Bürgermeister Reinhold Kuhn und MdL Dr. Otto Hünnerkopf Karl für sein außergewöhnliches Engagement. Die Landrätin hatte für Karl auch einen Geldumschlag dabei - kostet doch jeder Transport nach Rumänien über 2.000 Euro. Karl und die Vertreter der rumänischen Caritas wiederum bedankten sich mit kunstvollen Urkunden bei den vielen ehrenamtlichen Helfern in Deutschland, die die Hilfsgüter sammeln oder die LKWs beladen. Hierfür hatte sich Karl vor einigen Jahren im Dettelbacher Industriegebiet eine große Halle errichtet. Fast siebzig Schulen, Kindergärten, Firmen und Institutionen – die meisten aus dem Raum Kitzingen, Würzburg und Schweinfurt - unterstützten regelmäßig seine Rumänienhilfe. Über sechzig Vertreter dieser Gruppen waren jetzt nach Dettelbach gekommen, um mit ihm zu feiern.

Bevor die Gäste in den Besuch der Fotoausstellung und den Genuss der Musik, die zwei rumänische Musiker vortrugen, entlassen wurden, bekam Elmar Karl einige Auszeichnungen und Geschenke. Róbert Máté überreichte ihm zwei gravierte Gedenksteine aus Rumänien. Anni Pfeffer, Auslandsreferentin des Diözesan-Caritasverbandes, übergab ihm 3.000 Euro von der Aktion Restcent. Einige tausend Mitarbeiter kirchlicher und caritativer Einrichtungen der Diözese spenden dafür monatlich die Centbeträge ihres Lohns. 23.000 Euro kamen so 2009 zustande. Eine besondere Auszeichnung hatten sich die Organisatoren bis zum Schluss aufgespart: Domkapitular Clemens Bieber, Vorsitzender des Diözesan-Caritasverbandes, zeichnete Karl mit dem Goldenen Caritaskreuz aus.

Hilfe für Rumänien wird noch viele Jahre nötig sein. Wer gebrauchte oder neue Sachspenden für Rumänien hat, kann sich an Elmar Karl in Bibergau wenden - Tel. 09324/2640 oder 0171/8260211. Geldspenden können unter dem Stichwort „Rumänienhilfe“ auf das Konto der Kath. Kirchenstiftung Bibergau, 600 450 456, VR Bank Kitzingen, BLZ 791 900 00 eingezahlt werden. Der Dettelbacher J.H. Röll Verlag hat einen Kalender für 2011 mit Bildern von Ottmar Deppisch produziert. Vom Preis in Höhe von zehn Euro gehen vier Euro an die Rumänienhilfe.

 

Ludger Heuer



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